Warum sind Kinder deutlich widerstandsfähiger gegenüber schweren COVID-19-Verläufen als Erwachsene? Dieser Frage ist ein Forschungsteam um Prof. Dr. Birgit Sawitzki (Charité – Universitätsmedizin Berlin) mit Unterstützung des Nationalen Obduktionsnetzwerks nachgegangen und hat ihre Ergebnisse nun in Cell Reports Medicine veröffentlicht.
In einer Multi-Omics-Analyse von 164 SARS-CoV-2-infizierten Personen (1–84 Jahre) konnten altersabhängige Unterschiede in den Immunantworten aufgezeigt werden: Mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Typ-I-Interferon-Signalgebung von einer antiviralen STAT1-Aktivierung hin zu einer stärker entzündungsfördernden STAT3-Aktivierung. Gleichzeitig verändert sich das Antikörperprofil – bei Kindern dominiert IgA, bei Erwachsenen komplementfixierendes IgG.
Diese Ergebnisse liefern eine mechanistische Erklärung für das höhere Risiko schwerer Verläufe im Erwachsenenalter und eröffnen Perspektiven für gezieltere Therapien. Wir freuen uns, zu dieser wichtigen Studie beigetragen zu haben.